Wie wird Roséwein hergestellt? Die Geheimnisse der Rosé-Produktion - A close-up of a weathered hand harvesting deep purple grapes from an old bush vine

Wie wird Roséwein hergestellt? Die Geheimnisse der Rosé-Produktion

Wie wird Roséwein hergestellt? Die Geheimnisse der Rosé-Produktion - A close-up of a weathered hand harvesting deep purple grapes from an old bush vine
A close-up of a weathered hand harvesting deep purple grapes from an old bush vine

Kurzantwort: Roséwein wird hauptsächlich durch drei Methoden hergestellt: die Direktpressung, bei der blauschwarze Trauben nur kurz auf der Maische liegen; die Saignée-Methode, bei der Most aus einer Rotweinproduktion abgezogen wird; oder das kurze Einmaischen, ähnlich der Rotweinproduktion, aber mit deutlich kürzerem Schalenkontakt. Ziel ist stets, die gewünschte blassrote bis lachsfarbene Tönung und die fruchtig-frischen Aromen zu erzielen, ohne die tiefen Tannine und Farbpigmente eines Rotweins aufzunehmen.

Die Grundlagen: Welche Trauben und was ist das Besondere?

Für Roséwein werden ausschließlich blauschwarze Rebsorten verwendet, genau wie für Rotwein. Der entscheidende Unterschied liegt im Herstellungsprozess: Der Kontakt zwischen dem Saft und den farbgebenden Beerenschalen ist extrem kurz oder nur minimal. Das Ergebnis ist die charakteristische Bandbreite an Rosé-Farben, von zartem Lachsrosa bis hin zu leuchtendem Himbeerrot, und ein Spektrum an frischen, fruchtigen Aromen, die Rosé so beliebt machen.

  • Farbe: Die Pigmente sitzen in den Beerenschalen, nicht im Fruchtfleisch. Je länger der Kontakt, desto dunkler der Rosé.
  • Aroma: Typisch sind Noten von roten Beeren (Erdbeere, Himbeere), Zitrusfrüchten, Pfirsich oder Blüten.
  • Rebsorten: Grenache, Spätburgunder, Cinsault, Syrah, Tempranillo oder Cabernet Sauvignon sind beliebte Rosé-Trauben.
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Die Direktpressung: Der schnellste Weg zum Rosé

Die Direktpressung ist die gängigste Methode für hochwertige, helle Roséweine, besonders in der Provence. Hier werden blauschwarze Trauben wie weiße Trauben behandelt: Sie werden gelesen, zügig gepresst und der Saft hat nur minimalen oder gar keinen Kontakt mit den Beerenschalen. Die leichte Farbe, die entsteht, ist das Ergebnis des kurzen Weges vom Weinberg bis zur Presse, bei dem die Schalen für kurze Zeit mit dem Most in Berührung kommen. Das Resultat sind oft sehr blasse, elegante Rosés mit feinen Aromen und erfrischender Säure.

Die Maischestandzeit: Für mehr Farbe und Intensität

Bei dieser Methode, auch „kurze Maischestandzeit“ genannt, werden die blauschwarzen Trauben nach dem Entrappen und Zerkleinern für wenige Stunden (oft 2 bis 24 Stunden) mit ihren Schalen in Kontakt gelassen. Während dieser Zeit lösen sich Farbstoffe und ein Teil der Aromastoffe aus den Schalen im Most. Sobald die gewünschte Farbintensität erreicht ist, wird der Most abgepresst und wie Weißwein weiter vergoren. Diese Methode ermöglicht es dem Winzer, die Farbnuance des Rosés präziser zu steuern und etwas intensivere Fruchtaromen zu erzielen. Ein gutes Beispiel hierfür sind oft kräftigere südafrikanische Roséweine, die ihre lebendige Farbe und Ausdruckskraft dadurch erhalten.

Die Saignée-Methode (Bluten lassen): Ein „Nebenprodukt“ des Rotweins

Die Saignée-Methode, aus dem Französischen für „Aderlass“ oder „Bluten“, ist eigentlich eine Technik zur Konzentration von Rotwein. Hierbei wird ein Teil des Mostes kurz nach Beginn der Rotweinmaischung aus dem Gärtank abgezogen - meist nach 6 bis 24 Stunden. Der verbleibende Most im Tank, der für den Rotwein bestimmt ist, wird dadurch konzentrierter, da er nun auf weniger Flüssigkeit mehr Schalenanteil hat. Der abgezogene Most wird dann separat zu Roséwein vergoren. Roséweine, die nach der Saignée-Methode hergestellt werden, sind oft farbintensiver und kräftiger im Geschmack als die durch Direktpressung entstandenen, da sie länger Schalenkontakt hatten und meist aus Lagen stammen, die auf die Produktion von Rotwein optimiert sind. Diese Methode ist zwar weniger verbreitet, liefert aber oft sehr charakterstarke Rosés.

Rosé-Cuvées: Eine Ausnahme

Während in den meisten Qualitätsweinbauregionen das Mischen von Rot- und Weißwein zur Herstellung von Rosé streng verboten ist, gibt es einige Ausnahmen. Die bekannteste ist Champagner, wo Rosé-Champagner oft durch die Zugabe einer kleinen Menge Rotwein zum weißen Grundwein entsteht. In anderen Regionen ist dies nur für Schaumweine erlaubt oder unterliegt sehr spezifischen lokalen Vorschriften. Für Stillweine ist die Cuvetierung von Rot- und Weißwein generell nicht zulässig, um die Qualität und Authentizität des Rosés zu gewährleisten.

Vom Most zum fertigen Rosé: Fermentation und Reifung

Unabhängig von der gewählten Methode wird der gewonnene Rosé-Most anschließend vergoren, meist in Edelstahltanks bei kontrolliert kühlen Temperaturen. Diese langsame und kühle Gärung hilft, die frischen, fruchtigen Aromen zu bewahren. Manche Winzer experimentieren auch mit dem Ausbau im Holzfass, um dem Rosé zusätzliche Komplexität und Textur zu verleihen, dies ist aber eher selten. Nach der Gärung und einer kurzen Lagerung - oft auf der Feinhefe - wird der Rosé geklärt und abgefüllt, um seine Jugend und Frische optimal zur Geltung zu bringen. Viele der beliebten Roséweine, die du bei The WineStore findest, durchlaufen diesen schonenden Prozess, um ihren einzigartigen Charakter zu entfalten. Entdecke auch unsere attraktiven Rosé Pakete, um verschiedene Stile kennenzulernen.

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Häufige Fragen

Welche Trauben werden für Roséwein verwendet? Für Roséwein werden ausschließlich blauschwarze Rebsorten wie Grenache, Spätburgunder, Syrah oder Tempranillo verwendet, genau wie für Rotwein. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung, bei der der Kontakt des Safts mit den farbgebenden Schalen minimiert wird.

Was ist der Unterschied zwischen Direktpressung und Saignée-Methode? Bei der Direktpressung werden blauschwarze Trauben sofort gepresst, wodurch der Saft nur minimalen Schalenkontakt hat und ein sehr heller Rosé entsteht. Die Saignée-Methode hingegen ist ein Abzug von Most aus einem Rotwein-Fermenter, um den Rotwein zu konzentrieren, wobei der abgezogene Saft zu einem oft farbintensiveren Rosé vergoren wird.

Darf man Roséwein mischen? In den meisten Qualitätsweinbauregionen ist das Mischen von Rot- und Weißwein zur Herstellung von Rosé streng verboten. Ausnahmen gibt es bei einigen Schaumweinen wie Rosé-Champagner, wo ein kleiner Anteil Rotwein zugegeben werden darf.

Wie lange dauert die Maischestandzeit bei Roséwein? Die Maischestandzeit bei Roséwein ist sehr kurz und dauert typischerweise zwischen 2 und 24 Stunden. Diese Zeit ist entscheidend, um die gewünschte Farbintensität und Aromatik aus den Beerenschalen zu extrahieren, bevor der Most abgepresst wird.

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